Monatshinweise März  -  April 2020

 

Erfolgreich Auswintern für einen guten Start ins Bienenjahr


 „Tipps und Tricks für Imker“ verraten wir Dir, was es gerade an den Bienen zu tun gibt. Hier findest Du im Rhythmus von etwa drei Wochen die wichtigsten Infos, was gerade in der Natur vor sich geht, was die Bienen gerade machen und was Du als Imker jetzt tun solltest. Die Serie ist sowohl für Jungimker als auch für erfahrenere Imker geeignet, um sich einen Überblick über das schöne Hobby Imkerei zu machen. Viel Spaß beim Lesen!

28.03.2020 – Der Frühling macht sich bereit und Deine Bienenpopulation wird stetig anwachsen. Bald beginnt die arbeitsreiche Imkerzeit, vorher solltest Du unbedingt noch wichtige Vorbereitungen treffen. Wir sagen Dir, was zu tun ist, damit Du bei den vielen Arbeiten nicht den Überblick verlierst.

 
Was macht die Natur?

Januar und Februar waren, mit einigen Ausnahmen, ungewöhnlich warm. Es gab schon einige sonnige Tage!

Die ersten Sträucher haben bereits zu blühen begonnen. Besonders beliebt bei den Bienen sind Haselsträucher und Weidenkätzchen, die ersten Pollen liefern.

Auch im März geht es erstmal mild weiter. Neben wechselhaftem Wetter und Schauern wird aber auch in den kommenden Wochen nochmal mit kalten Temperaturen zu rechnen sein.


Was machen die Bienen?

Die Bienen kommen mit neuem Elan aus dem Winter. Die Königin wird bald beginnen wieder fleißig zu legen und das diesjährige Brutnest aufzubauen. Die Bienen-Population wächst dann kontinuierlich, damit sie bei der ersten Tracht in voller Stärke Nektar eintragen können.

Bei dem ersten guten Wetter machen die Bienen ihren Reinigungsflug, um die Kotblase zu leeren. Das ist bestimmt schon passiert, denn der Winter war dieses Jahr ungewöhnlich warm. Ansonsten gibt es für die Bienen auch im Stock jede Menge zu tun: Die neue Brut pflegen, sowie einen Frühjahrsputz machen. Um die Brut zu ernähren, sammeln die Bienen dann auch schon Pollen und Wasser.

Starken Völkern macht wechselhaftes Wetter zwischen den warmen Tagen weniger aus, als man meinen könnte. Wichtig ist lediglich, dass sie für sich und ihre Brut genügend Futter haben und keinen Hunger leiden müssen.


Was macht der Imker?

Was ist bisher geschehen? Im Januar und Februar hast du die Bienenstände auf Sturmschäden kontrolliert und auch reguläre Standkontrollen durchgeführt. Die Bienen waren jetzt lange Zeit allein. Der letzte imkerliche Eingriff war idealerweise die Winter-Varroabehandlung. Um Dir wieder einen kurzen Überblick zu verschaffen, einfach mal die Lage an den Völkern beobachten. Fliegen die Bienen, haben sie viel Totenfall. Gibt es sonst etwas Ungewöhnliches?

Was ist jetzt zu tun?  Da der Winter sehr mild war und die Bienen deshalb sehr aktiv waren, war der Futterverbrauch vergleichsweise hoch. Deshalb solltest Du unbedingt nachschauen, ob Deine Völker noch genügend Futter haben. Denn wenn ein gesundes Volk im April verhungert, ist das besonders ärgerlich! Bedenke dabei: Das Futter muss noch bis Ende April reichen, knapp zehn Kilogramm Futter sollte man noch einrechnen. Zum Einschätzen des Gewichtes einfach die Beute kurz anheben, falls Dir da noch etwas die Erfahrung fehlt, mal kurz reinspicken ob noch genügend Futterwaben vorhanden sind. Meist haben die starken Völker zu wenig Futter, da diese viel brüten, die schwachen aber mehr. Hat ein Volk zu wenig Futter, Futterwaben direkt an die Bienen-Traube hängen. Hast Du keine Futterwaben mehr, einfach mit flüssigem Futter-Sirup mit einer Futtertasche oder im hohen Boden nachfüttern. Ansonsten solltest Du die Bienen bei den kalten Temperaturen noch ein bisschen in Ruhe lassen, da jeder Eingriff den Wärmehaushalt stört. Also erst ab 15°C  Imkern. Solange es noch Frost haben kann, solltest Du die Mausgitter auf jeden Fall noch dran lassen, denn auch die Mäuse friert es noch.

Falls Du vorhast, mit deinen Bienen in eine Tracht zu wandern oder sie sonst zu verstellen, solltest Du jetzt den örtlichen Bienensachverständigen (BSV) kontaktieren. Mit diesem kannst Du dann einen Termin ausmachen, an dem er Deine Völker untersucht und Dir ein Gesundheitszeugnis ausstellt.  Wichtig ist jetzt auch, dass Du Dich für die arbeitsreiche Zeit ab April vorbereitest, damit es da keinen unnötigen Stress gibt. Rähmchen drahten, Mittelwände besorgen und einlöten und alle Geräte prüfen und eventuell reparieren, steht jetzt auf dem Programm.

Was steht in Zukunft an?  Auch in den kommenden Wochen solltest Du die Futtervorräte deiner Bienen im Blick behalten, da noch nicht ausreichend Nektar in der Natur vorhanden sein wird. Wenn du mit Drohnenrahmen arbeitest, überprüfe, ob sie für all deine Völker in ausreichender Zahl vorhanden, intakt und sauber sind.


 „Tipps und Tricks für Imker“ verraten wir Dir, was es gerade an den Bienen zu tun gibt.  Hier findest Du im Rhythmus von drei Wochen die wichtigsten Infos, was gerade in der Natur vor sich geht, was die Bienen gerade machen und was Du als Imker jetzt tun solltest.  Die Serie ist sowohl für Jungimker als auch für erfahrenere Imker geeignet, um sich einen Überblick über das schöne Hobby Imkerei zu machen. Viel Spaß beim Lesen!

05.04.2019 – Der Winter ist vorbei, das Frühjahr nimmt langsam Fahrt auf. Deine Völker hast Du hoffentlich gut ausgewintert und sie haben bereits zu Brüten begonnen. Bald beginnt die intensivste Zeit im Bienenjahr. Schon jetzt werden wichtige Vorbereitungen getroffen, damit Du und deine Bienen sorgenfrei in den Sommer kommen.
Was macht die Natur?

Der März war in diesem Jahr sehr durchwachsen, aber insgesamt eher mild. Die Pflanzen haben daher schon recht früh angefangen zu blühen. Die Weiden stehen aber nun fast überall in der Blüte und sind wichtige Pollenlieferanten für die Bienen.
“Der April, der April, der macht was er will”: Tatsächlich kann das Wetter in den kommenden Wochen sehr wechselhaft werden, von Schneefall in höheren Lagen und Hagel bis zu sommerlichen Temperaturen, ist alles drin.


Was machen die Bienen?

Anfang April gehen auch die allerletzten Winterbienen ab, sie verlassen also den Stock und sterben außerhalb. Doch keine Panik – das ist völlig normal, kann aber dazu führen, dass die Völker noch einmal unerwartet etwas schwächer werden. Das liegt daran, dass die frische Brut noch nicht vollständig geschlüpft ist, um den Abgang zu kompensieren. Spätestens Mitte April geht es dann wieder aufwärts.
Primär geht es bei den Bienen gerade darum, das Brutnest auszubauen, um für das große Blühen auf eine möglichst große Population anzuwachsen. Deshalb tragen sie momentan besonders viel frischen Pollen ein, da die Pollenvorräte vom vergangenen Jahr verdorben sind. In warmen Regionen tragen die Bienen auch schon ersten Nektar ein.
Wichtig ist nach wie vor, dass die Bienen noch etwas Futter haben, damit ein spontaner Kälteeinbruch nicht zum Abriss der Brutaktivität führen kann.  Du solltest also nicht alle alten Futterwaben entnehmen, sodass jedes Volk immer noch eine kleine Reserve vorrätig hat.

 
Was macht der Imker?

Was ist bisher geschehen? Die erste Frühjahrsdurchsicht solltest du schon gemacht haben, um schwache Völker und Völker mit wenig Futter zu identifizieren. Bisher war es wichtig, nicht unnötig viel an den Bienen zu arbeiten. Und das bleibt auch im April noch so. Du solltest also bedacht und schonend in den Brutraum eingreifen, da jeder Eingriff die Harmonie und den Wärmehaushalt des Volkes stört – gemäß dem Motto “Weniger ist mehr”.
Was ist jetzt zu tun?Jetzt ist es endlich warm, deshalb frieren auch die Mäuse nicht mehr. Mausgitter oder Fluglochkeile kannst Du also jetzt entfernen, damit die Bienen einfacher ein- und ausfliegen können.
April ist auch die richtige Zeit um die Weiselrichtigkeit eines Volkes zu überprüfen. Soll heißen: Ist die Königin da, ist sie gesund und legt noch schöne Brut an? Weisellose Völker erkennst Du oft daran, dass sie sehr unruhig und laut sind. Doch darauf allein sollte man sich nicht verlassen. Am besten prüfst Du, ob die Königin Eier gelegt hat. Denke dabei daran, dass auch weisellose Völker Stifte haben können, da dann eine unbegattete Arbeiterin anfängt zu legen, ihre Stifte entwickeln sich aber nur zu Drohnenbrut. Wenn Du Dir nicht sicher bist, einfach eine Wabe mit offener Brut aus einem anderen Volk zuhängen – Zieht das Volk Nachschaffungen, so hat es keine Königin und ist weisellos. In diesem Fall solltest du das Volk auflösen. Da es im Moment noch keine oder sehr wenige Drohnen gibt ist die Nachschaffung einer neuen Königin sehr riskant.
Außerdem ist es jetzt Zeit für den ersten Eingriff im Brutraum. Das Winterfutter kannst Du nun bis auf die Randwaben entnehmen, damit die Königin im Brutraum Platz zum Brüten hat. Auch Pollenbretter vom Vorjahr sollten unbedingt entnommen werden! Du ersparst deinen Bienen damit viel Arbeit, da der verdorbenen Pollen sonst mühsam von ihnen ausgetragen werden muss. Zur Wabenhygiene sollten alte schwarze, eventuell schimmlige Waben aussortiert werden und durch Mittelwände ersetzt werden. Je nach Betriebssystem solltest Du Dir jetzt auch überlegen, bei starken Völkern den Brutraum zu erweitern.
Bei starken Völkern und anhaltend gutem Wetter kannst Du auch bald schon den Drohnen-Baurahmen einhängen. Dieser dient als biologische Varroabehandlungsmaßnahme und ist ein guter Indikator für den Schwarmtrieb. Wichtig: Um den Drohnen-Rahmen im Sinne der Varroabehandlung zu verwenden muss er unbedingt vor dem Schlupf der Drohnen entnommen und zusammen mit den in der Brut enthaltenen Milben entsorgt werden!
Es ist wichtig, jetzt schon die Honigräume vorzubereiten, die aus neuen bereits ausgebauten Waben und Mittelwänden bestehen sollen. Wenn du mit dem Gedanken spielst Ableger zu bilden, solltest Du auch dafür das passende Material, wie Ablegerkästen, schon einmal bereithalten. Da jeder Ableger auch eine junge Königin braucht, solltest Du dich beim Verein schon einmal informieren ob es eine Königinnen-Ausgabe gibt. Die ganz Fortgeschrittenen, die sich an die Königinnenaufzucht wagen wollen, sollten sich schon einmal Gedanken zu Pflegevolk und Zuchtstoff machen.
Bei anhaltenden gutem Wetter und einer entsprechenden Volksstärke kannst Du mit Beginn der Kirschblüte die Honigräume aufsetzen. Dazu sollten auch die Randwaben im Brutraum mit Bienen besetzt werden. Der Honigraum sollte zur Hälfte aus ausgebauten Waben und zur Hälfte aus Mittelwänden bestehen. Damit die Bienen den Honigraum schneller annehmen, kannst du zwei bereits mit Bienen besetzte Waben aus dem Brutraum als Wabenkern in die Mitte hängen. Insgesamt gilt: Eher früher als später aufsetzen, sonst kann es schnell unnötigen Schwarmtrieb geben. Um die Harmonie im Volk nicht zu stören, sollten diese Eingriffe möglichst schnell von statten gehen.

 

Was steht in Zukunft an? Ende April beginnt für den Imker die arbeitsreichste, aber auch die schönste Zeit. Ablegerbildung, Schwarmkontrollen,  dann geht’s rund!

 

Lg  Franz