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Das Bienenjahr!

Die Bienen in einem Volk sind sehr fleißig. Eigentlich benötigen sie den Menschen gar nicht. In der freien Natur hat sie mit Hilfe ihrer Organisationsform (Zusammenhalt im Volk) zig Millionen Jahre ohne menschliche Hilfe überlebt und würde es auch weiterhin können, wenn wir in der Zivilisation den Bienen nicht nach und nach den Lebensraum beschneiden würden. Da wir Menschen aber die Bienen brauchen, um unsere Obst- und Gartenpflanzen und unsere Blumen zu bestäuben, bieten wir ihnen Unterkünfte (die so genannte Beute) in denen sie den Winter überstehen können. So entsteht eine gegenseitige Abhängigkeit zwischen Menschen und Bienen. Der Imker erntet im Sommer den von den Bienen hergestellten Honig, dafür sorgt der Mensch im Anschluss daran durch entsprechende Unterkunft und Zufütterung dafür, dass die Bienen gut und sicher durch den Winter kommen.

Das bedeutet für den Imker, dass er das ganze Jahr über mit den verschiedensten Arbeiten beschäftigt ist, seinen Anteil zum Gelingen dieser Beziehung beizutragen. Hier kann nur ein kleiner Einblick in die zu erledigenden Arbeiten gegeben werden. Die Arbeit des Imkers ist ein ständiger Kreislauf, daher kann man überall und zu jeder Zeit mit der Imkerei und mit der Darstellung der Arbeiten anfangen. Weil wir uns aber daran gewöhnt haben, dass das Jahr im Januar anfängt und im Dezember endet, möchte ich mich auch darauf einlassen.


Im März nimmt die Bruttätigkeit deutlich zu und die Flugbienen holen vermehrt Pollen heran. Der Imker muss bei guter Witterung den Futtervorrat überprüfen, da die Natur noch nicht genügend Nektar bietet. Die Königin legt in entsprechend groß gebaute Waben unbefruchtete Eier zur Drohnenbrut ab.

Im April werden die Brutflächen immer größer und es wird Zeit, noch vorhandene Futterwaben zu entfernen, um durch Zugabe von Mittelwänden die Bienen zur Bautätigkeit und zur Erweiterung des Brutnestes anzuregen. Nun ist es auch an der Zeit, den Honigraum aufzusetzen und mit dem Einlegen eines Absperrgitters die Königin daran zu hindern, Eier im Honigraum ablegen zu können. Da nur die Arbeiterbienen und nicht die Drohnen oder die Königin durch dieses Gitter hindurch schlüpfen können, kann man zur Honigernte diese Waben getrost zum Schleudern des eingetragenen Honigs entnehmen, ohne Brut oder die Volksentwicklung zu beeinträchtigen.

Im Mai nimmt die Brut- und Bautätigkeit weiter zu und wenn es den Bienen zu eng wird, steigt auch die Schwarmstimmung in den Völkern. Hier muss der Imker besonders wachsam sein und den Bienen viel Arbeit, z.B. zum Ausbau von Mittelwänden geben. Bei guter Witterung ist jetzt auch die Zeit, Königinnen zu züchten und Ableger zu bilden. Dann können sich die Jungvölker bis zum Ende der Saison noch so weit entwickeln, dass sie gut durch den nächsten Winter kommen können. Zum Ende des Monats kann vielleicht bereits das erste Mal geschleudert werden.

Im Juni ist in der Regel der Höhepunkt der Entwicklung der Bienenvölker erreicht. Die starken Völker tragen dann auch zur Freude des Imkers sehr viel Honig ein. Allerdings hat der Imker auch viel Arbeit damit, die Schwarmstimmung durch Erweiterung der Bienenwohnung oder Schröpfen des Volkes zur Ablegerbildung im Grenzbereich zu halten.

Der Juli ist in unseren Breiten vom Ende der Tracht gekennzeichnet. Bis auf einige Ausnahmen gibt es kaum noch einträgliche Trachten, die zu einer Honigernte führen. Nach dem Trachtende gegen Mitte Juli wird der Imker den Honig zum letzten Mal ernten und sofort mit der Einfütterung für den Winter beginnen. Die fehlende Tracht führt auch zu einer Abnahme der Brut- und Bautätigkeit, die aber durch die Einfütterung zum Teil wieder belebt werden kann. Das wiederum führt dazu, dass im August und September noch viele so genannte Winterbienen schlüpfen, die den Start ins nächste Frühjahr erleichtern.

Der August ist für den Imker im Wesentlichen von der Einfütterung geprägt, da er durch die Honigernte den Bienen ja den Wintervorrat genommen hat. Hier muss er mit viel Fingerspitzengefühl darauf achten, dass einerseits die Brutaktivität nicht gehemmt und andererseits genügend Winterfutter eingelagert wird. Das Bienenvolk sorgt in der Zwischenzeit dafür, dass nicht zu viele Esser durch den Winter gebracht werden müssen. Die Drohnen werden nun endgültig aus den Völkern getrieben. Sie werden nämlich erst im nächsten Frühjahr wieder zur Begattung von Königinnen benötigt.

Mit dem September beginnen für den Imker und die Bienen wieder die ruhigeren Zeiten. Es wird Zeit, die Reinigungs- und Aufräumarbeiten an den Bienenständen durchzuführen und Werkzeuge und Zubehör zu reinigen und sachgemäß einzulagern. Die Brutaktivität nimmt weiter ab und es schlüpfen weiterhin die Winterbienen, die noch für die Brutpflege im nächsten Frühjahr verantwortlich sind.

Im Oktober ist die Brutaktivität weiter rückläufig und geht je nach Witterung gegen Null. Der Imker wird die Beuten durch Verkleinern der Fluglöcher oder andere Maßnahmen vor ungeliebten Eindringlingen (z.B. Mäusen) schützen. So können sich die Bienen in kalten Nächten oder später auch an kalten Tagen beruhigt und ungestört zusammen ziehen und gegenseitig wärmen. Außerdem sind nun die erforderlichen Arbeiten zur Erhaltung der Bienengesundheit durchzuführen.

Im November und Dezember hat der Imker wieder Zeit zur Vermarktung der Bienenerzeugnisse, zur Planung für das nächste Bienenjahr, zur Fortbildung oder einfach auch zur Entspannung und Muße.